November 2020

Mein persönlicher Lockdown

Es ist ein Donnerstag wie jeder andere. Ein Tag im Büro von TIXI steht an. Die Tastatur bewegt sich im Gleichklang mit meinen Gedanken, was alles noch zu erledigen ist. Leicht gequält befördere ich die Tischplatte in eine tiefe Position, damit ich mich setzen kann. Mein Körper ist etwas verspannt. Ein schnelles Mittagessen im Sitzungszimmer mit zwei TeamkollegInnen und schon geht es weiter mit einem telefonischen Austausch in Zeiten von Abstandhalten und home office.

An diesem Tag feiert eine Teamkollegin ihren Abschluss bei TIXI. Für sie beginnt nun der wohlverdiente Ruhestand. Ein kleiner Apéro wurde organisiert, an dem ich nur ganz kurz anstosse. Selbstverständlich mit Maske. An diesem Tag erwische ich mich mehrere Male mit der Maske auf meinem Gesicht, obwohl ich schon wieder am Arbeitsplatz sitze. Es liegt etwas in der Luft, das ich nicht fassen kann.

Auf dem Heimweg bin ich müde. Es war ein langer Tag. Und er geht noch weiter zu Hause mit den Kindern und dem Haushalt. Als ich im Bett liege, fühle ich mich schwach. In der Nacht wache ich durchschwitzt auf. Am nächsten Morgen schmerzen meine Glieder und eine bleierne Müdigkeit überkommt mich. In Zeiten von home office starte ich den Laptop auf und versuche zu arbeiten. Mehr liegend als sitzend versuche ich mich zu konzentrieren, doch irgendwann schweife ich ab. Ich fühle mich krank. Aber im Unterschied zu vorher, als eine Grippe mich widerstandslos ins Bett zwang und ruhen liess, beginnen meine Gedanken zu kreisen.

In der jetzigen Situation komme ich wohl nicht darum herum, mich testen zu lassen. Dies ist kurz vor dem Wochenende keine einfache Aufgabe. Testen lassen kann ich mich wohl, aber das Resultat wird frühestens am Montag eintreffen. Es ist der 30. Oktober und wir befinden uns mitten in der zweiten Welle mit bis zu 10'000 Fällen pro Tag. Sowohl die Labore, als auch die Orte wo getestet wird und das contact tracing haben zwischenzeitlich die Kontrolle über das Virus verloren. Für mich heisst es abwarten und mich in Selbstisolation begeben. Konkret heisst das, mich von der Familie abzuschotten und praktisch 24 Stunden am Tag im Zimmer zu verbringen. Nach Absprache mit meinem Mann und den Kindern entscheiden wir uns gegen die Durchseuchung der Familie. Ich bleibe isoliert, benutze eine eigene Toilette und mein eigenes Geschirr. Die Mahlzeiten deponiert mein Mann vor dem Zimmer. Ein kleines Tablett mit liebevoll gekochten Sachen, die ich schon bald nicht mehr riechen und schmecken werde.

Es ist Sonntag und wir befinden uns in Quarantäne. Meine Symptome bleiben hartnäckig bestehen: starke Gliederschmerzen, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, ein Engegefühl in der Brust und keine Gaumenfreude mehr. «Jetzt nicht mehr weiterlesen», ermutige ich mich und schalte mein Telefon aus. Ich bin Corona müde und gesättigt von den weltweiten Meldungen dieses omnipräsenten Virus, der uns alle auf unterschiedliche Art und Weise ermüdet, belastet, erzürnt und spaltet. Während der ersten Welle war da die Solidarität untereinander und füreinander. Man nickte sich stumm und solidarisch zu. Familien entdeckten den Wald, die Vögel und Blumen. Die Kinder malten das Corona Monster und wünschten es sich bald weg. Es wurde für kurze Zeit ruhiger im Alltag und alle waren guter Dinge, dass es bald ausgestanden sein würde. Doch die zweite Welle erreichte uns mit einer grossen Wucht, obwohl viele immer noch müde waren von der ersten Welle und den Folgen davon.

Müde fühle ich mich auch an diesem Montag. Trotzdem telefoniere ich mit Familienangehörigen, Freunden und lieben Menschen vom TIXI Büro, die sich nach mir erkundigen. Am späten Nachmittag erhalte ich dann eine nüchterne SMS mit dem Login zu meinem Resultat: Coronavirus SARS-CoV-2, PCR, Positive. Es ist keine Überraschung für mich, denn die Symptome stimmen überein. Wo ich mich angesteckt habe, bleibt ein Rätsel. Es spielt für mich aber auch keine Rolle mehr. Es tut mir leid, dass sich jetzt auch die Kinder und mein Mann definitiv für 10 Tage in Quarantäne begeben müssen. Wie werden wir diese Zeit überstehen, ohne dass uns die Decke auf den Kopf fällt? Für meinen Mann bedeutet die Woche Quarantäne, auch finanzielle Einbussen. Noch etwas ganz anderes belastet mich: Habe ich niemanden angesteckt am Arbeitsplatz und privat? Ich rechne 48 Stunden vor Symptombeginn zurück und gehe akribisch jeden Kontakt durch. Gab es Risikosituationen oder Personen, denen ich neben meiner Familie speziell nahe war? Die Vorstellung, jemanden angesteckt zu haben, ist nicht schön. Vor allem darum, weil ein einziger Kontakt ganze Kreise mit sich zieht. Ich bin froh und dankbar, dass ich, als ob ich es geahnt hätte, wenig Kontakte zur Aussenwelt hatte. Das contact tracing erhält alle Informationen. Ich bin überrascht, dass die Kontaktaufnahme von Seiten des contact tracing so langsam verläuft. Ich bin erstaunt, dass neben dem Testresultat nichts mehr weiter von Seiten der Ärztin passiert. Ist man einmal positiv und verschlechtern sich die Symptome nicht, heisst das oberste Gebot für einen «Alles ist gut, so lange du mir nicht in den Weg kommst». Ich habe keine Angst, aber Respekt vor der Krankheit.

Wir sitzen als Familie in einer Seifenblase fest und um uns herum geht das Leben weiter. Das Zimmer wird zu meinem einzigen Rückzugsort. Ich versuche mich abzulenken vom zu viel nachdenken. Ich beobachte meinen Körper. Die Krankheit verläuft in Wellen. Der Verlauf ist relativ mild, aber hartnäckig. Ich erahne, dass diese Krankheit nicht in wenigen Tagen vollständig abgeklungen sein wird. Ich bin dankbar, als sich mein Gesundheitszustand auch am fünften Tag nicht verschlechtert hat. Dann ist man laut neueren Erkenntnissen (auch diese Erkenntnisse sind nicht abschliessend erforscht) über dem Berg. Einen Marathon könnte ich im Moment trotzdem nicht laufen. Ich bin froh, dass ich nach meiner Isolation wieder spazieren darf und zögerlich am Leben teilnehmen. Bewege ich mich draussen, beschleicht mich manchmal ein Gefühl, dass Corona positiv auf meiner Stirn steht.

Auch heute, knapp einen Monat nach meiner Ansteckung, kann ich meinen Gesundheitszustand noch nicht als gut bezeichnen. Die Genesung verläuft ebenso wie die Krankheit wellenförmig. Manchmal fühle ich mich kurzatmig und schnell erschöpft. Nach wie vor habe ich keinen Geschmacks- und Geruchssinn und wenn ich etwas esse, dann esse ich in Erinnerung. Auch gibt es Tage, die anstrengend und ermüdend sind. Ich wünsche niemandem diese Krankheit, doch die Erfahrung gehört jetzt zu mir.

Für mich war mein persönlicher Lockdown trotz meiner ganz persönlichen Ängste und den Folgen, die sich vielleicht erst noch zeigen werden, lehrreich. Die Prioritäten haben sich noch einmal verschoben. Ich bin dankbar für meine Familie, die mich umsorgt und die Menschen, die an mich gedacht haben. Ich bin dankbar für meine Gesundheit und gleichzeitig traurig über diejenigen, die diesen Kampf nicht gewonnen haben. Ich denke an diese Zeit als eine Zeit, die alles verändert hat. Und ich hoffe, dass es am Ende des Tunnels wieder aufwärts geht für die Gesellschaft und die Menschheit ganz allgemein.

Achtung Bestätigung!

Seit Juni 2020 präsentiert sich TIXI Zürich online in einem neuen Gewand. Es wurden einige Änderungen vorgenommen. Wir informieren nun äusserst transparent und spannend. Sei es im Blog, mit Neuigkeiten, den Medienbeiträgen oder im internen Teil mit den Anleitungsvideos. Wir sind stolz auf unsere Webseite.

Auf Wunsch unseres Fahrteams gibt es neu die Möglichkeit, sich online für Schichten einzu schreiben. Das geht ganz einfach: Im internen Teil der Webseite anmelden, die offenen Schichten begutachten und direkt den passenden Einsatz notieren.

Bei diesem online Formular ist es wichtig, alle Felder auszufüllen und auf Absenden zu klicken. Die Webseite springt anschliessend nach oben. Dies erweckt den Eindruck, dass dein Einsatz gebucht wurde. Wichtig ist jedoch, dass du nach dem Versenden des Formulars eine Bestätigung erhältst. «Herzlichen Dank, Deine Daten wurden übermittelt!» Erst nach dieser Bestätigung kannst du sicher sein, dass wir deine Meldung erhalten haben.

Es kann für dich sehr ärgerlich sein, wenn du dir deine Zeit für die jeweilige Schicht reservierst und dann am Vortag erfährst, dass wir die entsprechende Meldung gar nicht erhalten haben.

Wenn die entsprechende Meldung nicht erscheint, dann scrolle noch einmal nach unten. Du siehst rot eingefärbt, welches Feld du vergessen hast auszufüllen. Vielen Dank fürs Beachten.

Flächendesinfektion in den Fahrzeugen

Seit Beginn der Pandemie im vergangenen Frühling, haben wir unsere TIXI Fahrzeuge so ausgerüstet, dass eine sichere Fahrt gewährleistet wird. Wenn die Sicherheitsutensilien richtig eingesetzt werden, dann lässt sich das Risiko einer möglichen Ansteckung reduzieren.

In den Fahrzeugen vorhanden sind die Trennscheibe, Handdesinfektionsmittel (wird in Zürich von der Dispo übergeben), Hygienemasken und ein Flächendesinfektionsmittel mit Tuch.

Wie mit allen Sicherheitsutensilien ist der richtige Gebrauch ausschlaggebend, damit man sich und andere schützen kann. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, wenn man eine Schutzmaske trägt und die Nase nicht damit bedeckt. Oder wenn ein Fahrgast vorne ohne Maske sitzt.

Aber manchmal werden die Vorsichtsmassnahmen auch ein wenig übertrieben. Im Falle des Flächendesinfektionsmittels kommt das leider immer wieder mal vor. Wie auf den Bildern zu sehen ist, wird dabei das ganze Fahrzeug eingesprüht, samt den Sitzflächen. Was gut gemeint ist, erweist sich dann als kontraproduktiv, denn das Desinfektionsmittel greift die Oberflächen des Fahrzeuges an. Zumal, wenn man das Mittel nicht mit dem Tuch  abreibt. Bitte sprüht das Mittel direkt auf den Lappen und reibt damit die Oberflächen ab, die vom Fahrgast berührt wurden. Die Sitze gehören nicht dazu, diese werden von unseren Mitarbeitenden im Fuhrpark mit einem speziellen Mittel gereinigt, das die Oberfläche der Sitze nicht angreift. Vielen Dank fürs Beachten.

Sesam öffne dich...

Auf deinen Fahrten siehst du sicher so manche verwunderlichen Strassennamen, Umfahrungen und kuriosen Baustellen. Holst du einen Fahrgast ab, dann erlebst du bestimmt auch allerlei Überraschungen, wie im Falle unseres Fahrers Jean-Maurice Aragno.

Eines Tages musste er auf seiner Schicht Frau S.  in einer Alterssiedlung an der Traktorenstrasse abholen. Die Klingel ist rätselhaft. Damit man bei der entsprechenden Person klingeln kann, muss man zuerst den Namen finden. Dies geschieht durch das Drehen des Rades. Bitte nicht bei der Pflegewohnung klingeln, dies ist falsch.

Falls du auf deinen Schichten Kurioses erlebst, melde die Hinweise an: daniel.stutz@tixi.ch. Gerne leiten wir die Erlebnisse dem Fahrteam weiter.

TIXI Honig Aktion

Leider mussten die Weihnachtsmärkte, an denen auch wir jedes Jahr präsent sind, abgesagt werden. Wie viele andere Gewohnheiten, ist auch die Marktsaison mit dem Honig ein fester Bestandteil des TIXI Jahres.

Bevor dieses herausfordernde Jahr zu Ende geht, möchten wir dir mit unserem Honig zumindest ein bisschen den Alltag versüssen. Die kleinen und grossen Honiggläser in sechs Sorten eignen sich ebenso als Weihnachtsgeschenk, als auch als kleines Trostpflaster für dich selbst. Profitiere von unserer Weihnachtsaktion während dem Monat Dezember. Beim Kauf von einem grossen Glas Honig, schenken wir dir einen kleinen Honig deiner Wahl dazu.

Melde dich bei der Zentrale und erwähne die Weihnachtsaktion beim Bezahlen. Wir hoffen, dir damit eine kleine Freude zu machen. Für die Weihnachtszeit wünschen wir dir Mut und Freude an den kleinen Dingen, wie einem feinen Glas Honig.

Eine kleine, aber eindringliche Bitte ...

Wer für TIXI unterwegs ist, wird in der Regel sehr positiv wahrgenommen. TIXI geniesst einen guten Ruf und das haben wir zu einem sehr grossen Teil dir als FahrerIn zu verdanken. Schade ist es, wenn durch eine scheinbar kleine Unachtsamkeit die positive Wahrnehmung getrübt wird. Darum möchten wir an dieser Stelle eine kleine, aber eindringliche Bitte an dich richten.

Liebe FahrerInnen, die ihr ab Dübendorf fährt. Leider bekommen wir in der Zentrale immer wieder Meldungen, dass sich jemand aufregt über eure Parkierkünste. Wie ihr in der Meldung unten seht, regt sich da eine Person sehr auf. Und das nicht zu Unrecht. Wer hat es nicht selbst schon erlebt? Auf der Suche nach einem Parkplatz, wo es sonst schon sehr schwierig ist einen Parkplatz zu finden, blockiert jemand mit seinem Fahrzeug zwei Parkplätze. Entweder weil er / sie mit seinem Fahrzeug zum Teil auf dem zweiten, vermeintlich leeren Parkplatz steht, oder gleich mit seinem Fahrzeug je zur Hälfte auf dem einen und anderen Parkplatz steht. Das kann dann sogar dem friedliebendsten Menschen ein Sammelsurium an Flüchen und Verwünschungen entlocken.

Und genau das kommt in unserer Tiefgarage in Dübendorf (Migros) immer wieder vor. Wie ihr auf dem Bild seht, ist es für die andere Person beinahe unmöglich, auf seinen / ihren Parkplatz zu fahren. Und wenn diese Person für ihren Parkplatz noch Miete bezahlt, dann wird der Ärger noch grösser.

Bitte achtet euch künftig darauf, dass ihr euer TIXI Fahrzeug korrekt und ordnungsgemäss parkiert. Euch selbst, dem anderen Mieter und dem guten Ruf von TIXI zuliebe.

Was ist zu beachten, wenn…

… du auf einem Taxi Parkplatz parkieren möchtest?

Grundsätzlich wirst du unterwegs als TIXI FahrerIn sehr positiv wahrgenommen  Den Dienst, den du als freiwillige(r) FahrerIn wahrnimmst, schätzen Privatpersonen genauso wie Institutionen, Gemeinden oder die Stadt. Selten gibt es welche, die dich skeptisch betrachten, wenn du mit einem TIXI Fahrzeug angefahren kommst. Zu diesen gehören aber sicher Taxi FahrerInnen. Wenn du nun noch zu allem Übel dein Fahrzeug auf einen Taxi Parkplatz stellst, dann ist Ärger vorprogrammiert. Für Taxi FahrerInnen ist ihr gekennzeichneter Parkplatz so etwas wie der heilige Gral. Wer auch immer sein Fahrzeug auf einen solchen Parkplatz stellt, wird unmissverständlich als Feind betrachtet. Mit Posaunen, Trompeten und roten Köpfen wird dann zum Angriff geblasen. Und wenn der heilige Pontifex höchst persönlich auf dem Taxi Parkplatz steht, dem wird der Garaus gemacht. Bitte vermeide es darum in jedem Fall, dein Fahrzeug auf einen solchen Taxi Parkplatz zu stellen! Besten Dank fürs Beachten.

Veränderungen im Fahrteam

Herzlich willkommen

Brigitte Keller
Andreas Wick
Silvio Stadelmann
Sophie Frey
Marcel Larice
Urs Graber
Torsten Jahn

Adieu und vielen Dank

Göpf Baumgartner
Ernst Lehnherr

In Memoriam

Lieber Kurt

Du gehst nun einen Weg, auf dem wir Dir alle folgen werden. In der Hoffnung auf ein Wiedersehen in einer Umgebung, wo wir Frieden und Liebe erfahren werden. Wo es keine Krankheiten und Sorgen mehr gibt. Wo wir kein Meer voller Tränen vor uns sehen, sondern ein Meer voller Liebe. Ein Meer, in das unsere Seelen eintauchen können, um Trost, Frieden und Freude zu finden. Wir werden dich im Hier und Jetzt nicht vergessen.

Du bleibst in unseren Herzen erhalten, für immer.

Kurt Zgraggen, 1953 - 2020

 

 

TIXI Zürich
Fahrdienst für Menschen
mit Behinderung
Mühlezelgstrasse 15
8047 Zürich

Redaktion: Simone Okoye & Daniel Stutz
Anregungen, Fragen und Kritik an simone.okoye@tixi.ch
Tel. 044 404 13 80

Fahrerlinie 044 404 13 88
Fahrzeuglinie 044 404 13 89
Fahreinsätze fahrschichten@tixi.ch
Fahrteam Koordination Daniel Stutz
Internet www.tixi.ch
Intern Benutzername TIXI
Kennwort Fahrdienst